Backer-Grøndahl, Agathe 1847-1907
Vier Skizzen op. 19
für Klavier

Als George Bernard Shaw Agathe Backer-Grøndahl in einem Londoner Konzert hörte, nannte er sie die wahre Nachfolgerin Clara Schumanns. Früh hatten Agathes Eltern das Talent ihrer Tochter erkannt und zogen von Holmestrand mit drei weiteren Schwestern nach Oslo, um Agathe eine fundierte musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Halfdan Kjeruf und Theodor Kullak, bei dem sie von 1865-1869 in Berlin studierte, gehörten zu ihren Lehrern, neben der Ausbildung zur Pianistin absolvierte sie auch ein Kompositionsstudium.

Als Pianistin konzertierte sie in vielen Ländern Europas, spielte unter Edvard Grieg Beethovens fünftes Klavierkonzert, auf der Weltausstellung 1885 führte sie Griegs a-moll-Klavierkonzert auf, das ihr Mann Olaus Andreas Grøndahl dirigierte. 1898 bat Grieg sie, das Konzert unter seinem Dirigat in Bergen zu spielen.

Agathe Backer-Grøndahl hatte drei Söhne, von denen Fridtjof Backer-Grøndahl ein bekannter Pianist wurde. Da die finanzielle Situation der Familie nicht rosig war, unterrichtete sie fast täglich und fand nur wenig Zeit zum Komponieren. 1907 starb sie nach längerer Krankheit. Außer vielen Liedern und Chorwerken hinterließ sie vor allem Klaviermusik, neben sehr virtuosen Konzertetüden auch Salonstückchen wie die vorliegenden humorvollen Vier Skizzen op. 19.

1. Allegretto leggiero