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Fontana, Julian 1867–1937
3 Mazurken op. 21 für Klavier

Julian Fontana, 1810 in Krakau geboren, besucht zusammen mit Frédéric Chopin das Warschauer Lyzeum, beide sind Klavierschüler von Józef Elsner. Fontana wird für Chopin Freund, Brieffreund, Vertrauter, Notenkopist, Herausgeber, Faktotum.
Fontana studiert Jura in Warschau, wo er 1830 sein Diplom erhält. Nach dem polnischen November-Aufstand muß er Polen 1832 verlassen und lebt bis 1836 in London, wo er beim Verlag Wessel & Co. die Ausgaben einiger Werke von Chopin besorgt, die den Vermerk tragen: »edited by his pupil J. Fontana«, und »fingering by J. Fontana«, »student of Chopin«.

Ab 1837 lebt Fontana in Paris, wo er annähernd 50 Kopien von Chopin-Werken erstellt, die als Grundlage für französische, englische und deutsche Ausgaben dienen. Chopin widmet ihm 1840 die beiden Polonaisen op. 40.
1841 veröffentlicht Fontana in der Revue Gazette Musicale de Paris die erste eigene Klavierkomposition, ein Caprice op. 1. Weitere zu Lebzeiten erscheinende Werke sind u.a.: 12 Rêveries op. 8, La Havanne op. 10, »Lolita« – Grande Valse Brillante op. 11, Souvenirs de l’Isle de Cuba op. 12, Rhapsodie à la Polka op. 19 und die 3 Mazurken op. 21, die 1862 bei Ashdown & Parry in London und bei C. F. Peters in Leipzig verlegt werden.

1844 geht Fontana nach Kuba, wo er als Pianist im Saal der Philharmonic Society von Havanna mit Werken von Liszt, Chopin und Thalberg konzertiert. Weitere Konzerte folgen, und Fontana beginnt, als Klavierlehrer zu arbeiten, unter seinen Schülern ist Nicolas Ruiz Espadero, der einer der bekanntesten Pianisten und Komponisten Kubas wird.

1845 geht Fontana nach Amerika, der New York Herald schreibt: »We understand a new candidate for fame on the piano has arrived in this country. He claims to be a professor of the instrument and probably hopes to rival De Meyer. This gentleman's name is Fontana, from Paris, but he is unknown in this country.« In New York gibt er Konzerte mit Werken von Liszt, Thalberg, Chopin und eigenen.

1849 stirbt Frédéric Chopin.

1850 heiratet Fontana die verwitwete Camilla Dalcour Tarent und kehrt mit ihr nach Paris zurück, wo 1853 ein Sohn geboren wird. Zwei Jahre später stirbt die wieder schwangere Camilla an einer Lungenentzündung.
1853 wird Fontana von Frédérics Mutter Justyna Chopin autorisiert, nachgelassene Werke von Chopin auszuwählen und herauszugeben, 1855 erscheinen opp. 66–73 in Deutschland, Belgien und Frankreich, 1856 führt Fontana im Pariser Pleyel-Saal einige dieser Kompositionen auf, darunter das Fantaisie-Impromptu op. 66.
1860 übersetzt Fontana Don Quijote de la Mancha vom Spanischen ins Polnische, 1869 veröffentlicht er ein Buch über Astronomie und eine Abhandlung über polnische Orthografie.

1869 nimmt sich Fontana nach längerer Krankheit und zunehmender Taubheit in Paris das Leben.


3 Mazurken op. 21

Nr. 1, E-dur