Akustische Grundlagen der Musik
PDF-Version unter Fachwissen/Downloads
–1 Schwingungen –2 Frequenz und Tonhöhe –3 Schwebungen –4 Differenztöne –5 Teiltöne –6 Teiltöne und Klangfarbe –7 Teiltöne und Resonanz –8 Differenztöne zwischen Teiltönen –9 Zusammenklänge und Teiltöne –10 Zusammenklänge und Differenztöne –11 Rein ergibt unrein –12 Temperieren –13 Die Temperierte Stimmung –14 Das Cent



7 Teiltöne und Resonanz

Das Phänomen der Resonanz ist jedem, auch dem Nichtmusiker, aus dem Alltag geläufig. Es ist z.B. verantwortlich, wenn bei Radiomusik das Gehäuse des Geräts oder des Lautsprechers bei bestimmten Tönen mitklirrt oder Geschirr in einem Schrank in Schwingung gerät. Dies ist immer dann der Fall, wenn der mitschwingende Gegenstand selber in der Lage ist, in der anregenden Frequenz zu schwingen, diese also zu seinen Eigentönen gehört.

Eine große Rolle spielt die Resonanz für den Klang von Saiteninstrumenten. Das belegt ein einfaches Experiment auf dem Klavier: Man halte die Taste des großen C stumm nieder, so daß der Dämpfer von der Saite abgehoben ist, und schlage kurz und kräftig das kleine g an. Obwohl die g-Saite sofort wieder verstummt, klingt ihr Ton weiter, nämlich als 3. Teilton der C-Saite, die durch Resonanz zum Mitschwingen angeregt wurde.

Teilton-Resonanzen bei Klaviersaiten sind das wesentliche Charakteristikum des Pedalspiels. Sind alle Dämpfer aufgehoben, so werden alle die Saiten zum Mitschwingen angeregt, die mit einem angeschlagenen Ton Teiltöne gemeinsam haben. Betrachtet man dies nur bis zum fünften Teilton, so ergibt sich z.B. beim Anschlag des cis'' folgendes:

img/basics05.gif

[Notenbsp. 5] Teilton-Resonanzen

D.h. das cis'' schwingt auf der A-Saite als fünfter, auf der cis-Saite als vierter, auf der fis-Saite als dritter und auf der cis'-Saite als zweiter Teilton mit. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der Resonanzen, denn auch das angeschlagene cis'' besitzt ja Obertöne, und jeder davon hat Resonanz auf zahlreichen weiteren Saiten.
Allerdings ist das abhängig davon, wie genau die Tonhöhen zusammenfallen, deswegen ist auch bei Streichinstrumenten die Resonanz der Nachbarsaiten sehr wichtig, denn sie ist es, die dem Geiger überhaupt erst die Kontrolle über die exakten Tonhöhen gibt. Verfehlt er nämlich eine Tonhöhe, so bleibt auch die Resonanz aus, der Ton klingt matt und farblos; der Spieler kann also allein an der Klangfarbe des Tons hören, ob er ihn richtig getroffen hat.

Weiter mit: 8 Differenztöne zwischen Teiltönen


© 2003–2012 by J. Gedan
www.pian-e-forte.de