Akustische Grundlagen der Musik
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–1 Schwingungen –2 Frequenz und Tonhöhe –3 Schwebungen –4 Differenztöne –5 Teiltöne –6 Teiltöne und Klangfarbe –7 Teiltöne und Resonanz –8 Differenztöne zwischen Teiltönen –9 Zusammenklänge und Teiltöne –10 Zusammenklänge und Differenztöne –11 Rein ergibt unrein –12 Temperieren –13 Die Temperierte Stimmung –14 Das Cent



8 Differenztöne zwischen Teiltönen

Wenn die Überlagerung zweier Wellen Interferenzen, also Schwebungen und Differenztöne erzeugt, dann müßten diese eigentlich auch zwischen den Teiltönen entstehen. Ob das wirklich der Fall ist, ist mit dem Ohr allerdings nicht auszumachen, und das hat einen einfachen Grund:

Um zu ermitteln, welche Differenztöne entstehen müßten, muß man nicht erst mit den tatsächlichen absoluten Frequenzen rechnen, sondern braucht nur zugrunde zu legen, daß sie sich immer wie 1:2:3:4:5... verhalten:

Zwischen 1. und 2. Teilton ergibt sich so der Differenzton 2–1 = 1,
ebenso zwischen 2. und 3. der Differenzton 3–2 = 1,
zwischen 3. und 4. der Differenzton 4–3 = 1, usw.
Außerdem ergibt sich aus 3–1, 4–2, 5–3 usw. immer der Differenzton 2,
aus 4–1, 5–2 usw. immer der Differenzton 3.

Offensichtlich also entstehen durch die Interferenz keinerlei neue Töne, die Differenztöne verschmelzen vollständig mit der ursprünglichen Teiltonreihe und sind deshalb nicht hörbar.

Im folgenden aber werden wir sehen, daß Interferenzen zwischen Teiltönen von Belang sind, wenn zwei verschiedene Teiltonreihen zusammen erklingen, im Grunde sind sie sogar der Grund dafür, daß unser Tonsystem so ist, wie es ist.

Weiter mit: 9 Zusammenklänge und Teiltöne


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