Quintenzirkel
Der Tonumfang des Klaviers reicht gerade aus, um den Quintenzirkel ohne Oktavierungen darzustellen. Durch Oktavierung in eine einzige Oktave erhält man einen Quinten-Quartenzirkel, wie ihn in ähnlicher Form der Klavierstimmer benutzt, der die ersten zwölf Töne nach Quinten einstimmt.
Durch Auswahl benachbarter Töne erhält man verschiedene Tonleitern, nämlich eine diatonische (Kasten A), eine pentatonische (Kasten B) oder eine chromatische (alle 12 Töne).


Pentatonik
Eine pentatonische Toneiter entsteht, wenn einem Dur-Dreiklang (hier mit weißen Notenköpfen hervorgehoben) zwei weitere Töne hinzufügt werden, ohne daß sich Halbtonschritte ergeben. Die Pentatonik auf schwarzen Tasten entspricht oben dem Kasten B, wo sie mit Kreuzen notiert ist.


Diatonik
Die diatonische Tonleiter entspricht unserem Dur mit zwei Halb- und fünf Ganztonschritten, bzw. modalen Tonarten (sog. Kirchentonarten, hier 1. C-dur oder ionisch auf C, 2. äolisch auf h, 3. dorisch auf g)
Wie bei der Fünftonleiter sind die Töne im Quintenzirkel benachbart: f-c-g-d-a-e-h, wobei die Halbtonschritte sich durch den ersten und letzten Ton (f h) ergeben und sich eine pentatonische Tonleiter ergibt, wenn man diese wegläßt.


Chromatik
Die chromatische Tonleiter enthält alle zwölf Töne des Quintenzirkels. Ob sie mit # oder b notiert wird, hängt vom jeweiligen harmonischen Zusammenhang ab (hier zweimal die gleiche Tonleiter verschieden notiert, weil bei der ersten ein G-dur-Akkord darunter liegt, bei der zweiten ein Es-dur-Akkord).


Ganztonleiter
Im Gegensatz zu den obigen Tonleitern ist die Ganztonleiter kein zusammenhängender Ausschnitt aus dem Quintenzirkel, sondern entsteht, indem man nur jeden zweiten Ton des Quintenzirkels benutzt:
as-es-b-f-c-g-d-a-e-h-fis-cis, so daß es nur zwei mögliche Ganztonleitern gibt. Die dritte hier notierte entspricht der ersten (es = dis), die vierte der zweiten (b = ais).

Da die 6tönige Ganztonleiter aus lauter gleich großen Tonschritten besteht, ist sie symmetrisch, d.h. ihre Spiegelung ergibt wieder genau die gleichen Töne. Das hat sie mit der chromatischen gemein, die sich nach 12 Tönen wiederholt, und sonst nur mit zwei Akkorden: dem verminderten Septakkord aus lauter kleinen Terzen, der sich nach 4 Tönen wiederholt, und dem übermäßigen Dreiklang, der sich nach 3 Tönen wiederholt. Deswegen gibt es
12/12 = 1 chromatische,
12/6 = 2 ganztönige Tonleitern,
12/4 = 3 verminderte Septakkorde und
12/3 = 4 übermäßige Dreiklänge.


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