Das Spielwerk von Pianos und Flügeln
Was Klavierspieler über ihr Instrument wissen sollten
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Vorwort  –1 Taste, Hebeglied und Hammer  –2 Leder, Filz und Holz  –3 Das Zusammensetzen  –4 Die Achsen  –5 Die Spielart  –6 Niederdruckschwere und Aufgewicht  –7 Die Tastatur  –8 Die Auslösung  –9 Der Nachdruck  –10 Der Fang  –11 Die Schnabelluft  –12 Das Leisepedal  –13 Die Bändchenluft  –14 Die doppelte Auslösung  –15 Die Federn  –16 Die Dämpfung  –17 Die Verschiebung  –18 Die Tonhaltung  –19 Pralleisten  –20 Intonation


13 Die Bändchenluft

Das ob seiner senkrechten Stellung recht geringe Spielgewicht des Pianohammers, der geringe Druck, den er auf den Stößer ausübt, und seine mangelnde Neigung zurückzufallen, waren uns schon mehrfach begegnet: bei der Frage des Ausbleiens, der Auslösehemmung und der Gefahr des Trommelns. Man sucht den Rückfall zu unterstützen, indem man, wie erwähnt, eine Feder an der Hammernuß anbringt. Zu kräftig kann man diese Feder allerdings nicht gestalten, weil sie dann den Anschlag hemmen würde. Das zweite Mittel, für den Rückfall zu sorgen, ist die sog. Stielschräge, d.h. der Hammer wird etwas nach hinten geneigt montiert, so daß er auch im Augenblick der Saitenberührung nicht ganz senkrecht steht. Das dritte Mittel schließlich ist ein einfaches Stoffbändchen, zwischen Hammer und Hebeglied befestigt, reißt es bei der Abwärtsbewegung des Hebegliedes den Hammer mit.

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[Abb. 27] Bändchen

Dabei ist zu beachten, daß das Bändchen nicht so straff sein darf, daß es die Hammernuß gegen den Stößer zieht, denn das würde die Schnabelluft beeinträchtigen. Es muß vielmehr so locker sein, daß es nicht sofort wirkt und ein gewisser Abstand zwischen Hammer und Hebeglied gewahrt bleibt. Seine genaue Einstellung ergibt sich aus der Forderung, daß die Hämmer die Hebeglieder nicht mit hochziehen sollen, wenn man die Klappleiste, also das linke Pedal benutzt. Eingestellt wird dies einfach durch Zurechtbiegen des Drahtes, mit dem das Bändchen am Hebeglied befestigt ist.

Hammernußfeder und Bändchen haben nur scheinbar die gleiche Funktion. Der Unterschied besteht darin, daß das Bändchen erst wirkt, wenn man die Taste losläßt, während die Feder dafür sorgt, daß der Hammer auch bei gehaltener Taste zurückprallt, bzw. seine Trommelneigung unterbunden wird.

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